Reaktivierung der Stammstrecke nach Wilhelmsruh

Seit vielen Jahren ist die KAG Heidekrautbahn e.V. der entscheidende Akteur dabei, die Stammstrecke der Heidekrautbahn - die 1961 mit dem Bau der Mauer für den Personenverkehr stillgelegt wurde - wieder in Betrieb zu nehmen. Wichtige Meilensteine dieser langjährigen Lobbyarbeiten finden Sie hier.

Lobbyarbeiten über viele Jahre – Etappen der Aktivitäten der KAG

Phase 1 – Aufarbeitung der Argumente 2006

Auf Initiative des neuen Vorsitzenden der KAG – Herrn Dietmar Seefeldt – wurde der Schwerpunkt der Tätigkeiten der KAG Heidekrautbahn auf die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke der Heidekrautbahn nach Wilhelmsruh gelegt. 2006 wurde eine Informationsbroschüre zur „Reaktivierung ruhender Streckenabschnitte der Heidekrautbahn“ beauftragt und durch das Büro Knieper+ Partner erstellt. Eine Grundlageninformation und Sammlung von Argumenten für die Stammstrecke nach Wilhelmsruh mit einer Weiterführung nach Gesundbrunnen.

Phase 2 – Beginn der Lobbyarbeiten 2007

2007 und 2008 lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung dieser Argumente in Politik und Verwaltung der Länder Berlin und Brandenburg und die Gewinnung von Bündnispartnern. Dazu wurden eine Vielzahl von Briefen geschrieben, persönlichen Gesprächen geführt und Vorträge vor Gremien gehalten. Im Ergebnis der hohen Dichte der Aktivitäten führte schließlich das Gespräch mit dem damaligen Geschäftsführer des VBB, Herrn Franz zur Beauftragung einer Kosten-Nutzen-Analyse der Stammstrecke durch die beiden Bundesländer.

Phase 3 – Erste Erfolge / eine Kosten-Nutzen-Analyse 2009

2009 / 2010 erfolgte die Bearbeitung der Kosten-Nutzen Analyse im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg. Für den Stammast wurde ein Kosten-Nutzen Indikator von 2,4 (sehr gut) ermittelt. Dieser ergibt sich durch die Erschließung erheblicher Fahrgastpotenziale im Mühlenbecker Land und im Märkischen Viertel bei vergleichweise geringen Investitionskosten (Ausbau einer vorhandenen und gewidmeten Bahntrasse).

Trotz dieser guten Werte wurde der Ausbau durch die beiden Bundesländer - in der Folge der Untersuchung -  nicht in Angriff genommen. Jetzt waren es nicht mehr die Investitionskosten, sondern die Kosten der Bestellung der Bahn-Leistung durch die beiden Länder, die als Hinderungsgrund genannt wurden. Zudem wurden Kürzungen bei den Bundesmitteln für den Regionalverkehr erwartet. Die Chance vorausschauend nicht nur zu planen, sondern auch zu bauen, wurde vertan.

Phase 4 – die KAG verstärkt den politischen Druck 2017

Vor dem Hintergrund der boomenden Metropole eskalieren die Probleme im Pendlerverkehr nach und von Berlin. Auf den Straßen Staus und überfüllte Regionalzüge. In dieser Situation startet die KAG Heiderkrautbahn e.V. eine neue Welle von Initiativen:

  • die Durchführung von kompakten Öffentlichkeitsarbeiten in den Jahren 2017 und 2018 mit 4 Workshops in den Mitgliedskommunen / Ortsteilen: Groß Schönebeck, Mühlenbeck, Schmachtenhagen, Liebenwalde
  • Plakataktionen in der Region
  • vielfältige Pressearbeiten
  • einer Online-Petition “Verlängerung der Heidekrautbahn über Wilhelmsruh bis Berlin Gesundbrunnen!”
  • der Übergabe der Petition an die damalige Ministerin Kathrin Schneider am 03. Sept. 2018

Insgesamt haben 5937 Unterstützer eine Unterschrift geleistet, angeführt von dem Vorsitzenden der KAG “Region Heidekrautbahn” e.V., den BürgermeisterInnen der Mitgliedsgemeinden und dem Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB). 
Die Petition stand online zur Verfügung und ist auch weiterhin einsehbar.

Die konkreten Forderungen der Petition:

Den Ausbau der Heidekrautbahn (RB 27) über Wilhelmsruh nach Gesundbrunnen jetzt beginnen!

Die Strecke über Karow nach Gesundbrunnen erhalten!

Die Option Liebenwalde nicht aufgeben!

Die Einrichtung einer „task force“, die die notwendigen Arbeiten durch die Verwaltungen führt und den Arbeitsstand transparent macht.

Die Unterschriftenlisten wurden sowohl den Verkehrsverwaltungen als auch den Petitionsausschüssen der Länder Berlin und Brandenburg übergeben. Die Märkische Allgemeine (vom 03.09.2018) berichtet über die erfolgreiche Übergabe der Petition an die Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD).

Phase 5 – Erfolg 2019: Planungsvereinbarung zur Realisierung der Stammstrecke

Dieser aufgebaute Druck führte zur politischen Entscheidung für den Ausbau der Stammstrecke und - was bedeutend ist - zur Einleitung von Umsetzungsschritten auf der Basis einer Planungsvereinbarung zwischen den Ländern und der NEB.